Die PTB setzt auf Kompetenzaufbau, Austausch von Fachwissen und Zusammenarbeit

Der Kontext

Zur Verbesserung der Wasserqualität des Ganges will die indische Regierung sowohl freiwillige als auch regulatorische Maßnahmen einführen. In diesem Kontext ist es hilfreich, nachweisen zu können, dass diese Maßnahmen tatsächlich zur Verringerung der Umweltverschmutzung und zur Wiederherstellung des Ökosystems des Flusses beitragen. Zuverlässige, vergleichbare, überprüfbare und vor allem tragfähige Daten sind dafür notwendig – Daten, die solide genug sind, um jeder Kritik standzuhalten und selbst strengste Prüfungen zu bestehen.

Im Rahmen eines internationalen Projekts kooperiert die PTB (Physikalisch-Technische Bundesanstalt) seit 2023 mit der indischen Regierung und der National Mission for Clean Ganga (NMCG), die landesweit für die Koordinierung der Umsetzung vor Ort zuständig ist. Das Ziel ist die Verbesserung der Kompetenzen örtlicher Akteure und der Qualitätssicherungsprozesse für das gesamte Programm zur Überwachung der Wasserqualität des Ganges.

Die Problematik

Die PTB wollte den Beteiligten dabei helfen, sich die besten Praktiken der Qualitätskontrolle bei der Erfassung, Verwaltung, Analyse und Kommunikation von Daten zur Wasserqualität anzueignen und diese anschließend umzusetzen. Dafür suchte sie Experten mit einem ganzheitlichen Blick auf die Datenproduktionskette – von der Planung der Probennahme-Kampagnen über die Laboranalyseprotokolle bis hin zur Erstellung von Berichten. Dieses interdisziplinäre Wissen ist nicht leicht zu finden.

Über Maris Berlin, ein regionales Kompetenzzentrum für den Wassersektor, erfuhr die PTB von WaterShed Monitoring und dem einzigartigen Know-how seines Teams, das alle Phasen eines Programms zur Überwachung der Wasserqualität durchdringt und fundierte Kenntnisse der Rollen und Verantwortlichkeiten der verschiedenen Akteure umfasst. Diese Erfahrung mit einer schon in der Planungsphase strukturierten Beachtung nicht nur der eigentlichen Qualitätskontrollkriterien, sondern auch der Realität von Labortechnikern und lokaler Sachzwänge führte schließlich zum Interesse an einem konkreten Beitrag von WaterShed Monitoring.

Die Lösung

Gemeinsam haben PTB und WaterShed Monitoring ein umfangreiches Begleitprogramm für alle Akteure der Ganges-Gewässerschutzinitiative entwickelt, damit diese unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Gegebenheiten und Einschränkungen die bestmöglichen Entscheidungen treffen können.

Das Programm besteht aus 4 Teilen:

  1. Kompetenzaufbau bei den Akteuren der Datenerfassungskette

    In einer Reihe von Webinaren konnten die Experten von WaterShed Monitoring ihr Wissen mit den verschiedenen Akteursgruppen teilen. Anschließend wurden in Workshops und begleiteten Exkursionen vor Ort („Shadowing“) die lokalen Akteure mit den notwendigen Tools ausgestattet, um die Theorie an die Realität und die besonderen Gegebenheiten vor Ort anpassen zu können, ohne die Gültigkeit der gewonnenen Daten zu beeinträchtigen.

  2. Prüfung aller Prozesse zur Datenverwaltung und -nutzung

    Unsere Experten haben die bestehenden Protokolle überprüft, um sicherzustellen, dass diese die Kriterien für die Rückverfolgbarkeit der Daten erfüllen und den internationalen Standards entsprechen.

  3. Empfehlungen und partizipative Ausarbeitung von Aktionsplänen

    In moderierten Workshops konnten die örtlichen Akteure die Relevanz der von den Experten formulierten Empfehlungen überprüfen, Prioritäten festlegen und einen Konsens über die umzusetzenden Maßnahmen erzielen.

  4. Nachhaltige Wissensvermittlung

    Erstellung von Video-Tutorials, Arbeitsanweisungen, methodischen Leitfäden und Protokollen, um die Wissensvermittlung und die Umsetzung der Empfehlungen innerhalb der verschiedenen beteiligten Organisationen zu erleichtern.

Das Ergebnis

Mit diesem Programm zur Einbindung der Akteure konnten mehr als fünfzig Personen aus verschiedenen Organisationen, die an der Überwachung der Wasserqualität des Ganges arbeiten, sensibilisiert werden.

„Durch die Zusammenführung der verschiedenen beteiligten Akteure in einem einzigen Workshop wird jedem Glied der Informationskette bewusst, welche Bedürfnisse und Erwartungen die anderen haben. Dieses gegenseitige Verständnis schafft Empathie, harmonischere Interaktionen und fördert die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten.“

Dr Sonja Behmel
CEO von WaterShed Monitoring und Expertin für die Programme zur Überwachung der Wasserqualität

Die Stärkung von Best Practices hat überdies einen direkten Einfluss auf die Solidität der erzeugten Daten.

Dank dieser positiven Auswirkungen hat das PTB-Projekt Aufmerksamkeit und breites Interesse geweckt. Das Mandat von WaterShed Monitoring wurde mehrfach verlängert und unser Tätigkeitsbereich auf neue Stadien der Wissensproduktionskette ausgeweitet.

Im Jahr 2025 lag der Schwerpunkt auf der Verwaltung und dem Austausch der produzierten Informationen. Es fanden partizipative Workshops mit den Interessengruppen statt, um die aktuellen Prozesse auszuwerten. Anschließend wurden Empfehlungen formuliert und in enger Zusammenarbeit diejenigen Maßnahmen identifiziert, die vorrangig zur besseren Speicherung, Strukturierung und Nutzung der gesammelten Daten umgesetzt werden müssen.

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